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Leichenwetter: Zeitmaschine

Die Musiklandschaft ist ja wirklich so unglaublich vielfältig, dass man ständig neue, interessante Konzepte entdecken kann - Selbst solche, die in sich schon lange Bestand haben. So geht es mir gerade wieder einmal, nun in Bezug auf die Band Leichenwetter. Der Name war mir bekannt, was die Recken so fabrizieren bisher allerdings nicht. Dabei kombinieren die fünf Musiker zwei meiner Steckenpferde zu einer Kernidee, die mir schon einzeln unheimlich am Herzen liegen: Harte Schwermetallklänge und die Hinterlassenschaften der großen deutschen Lyriker.

Gut, Gedichtvertonungen durch Metalbands und sonstige zeitgenössische Musikrichtungen sind nun nichts, was es nicht schon häufiger gab. Das Besondere an Leichenwetter ist dabei, dass sie diese Idee schon seit 15 Jahren konsequent verfolgen und zu ihrer Marke gemacht haben. Auch der Sound an sich ist dabei recht spannend, wird die harte Gitarrenmusik doch mit teils orchestralen Elementen verwoben und durch Frontmann Nuwens oft opernhaften Gesang getragen, wodurch dem Headbanger gleichermaßen Genüge getan wird, wie dem Klassik-Fan und dem schwarzkuttigen Gothen.

Mit Zeitmaschine erscheint nun zum Jubiläum das mittlerweile sechste Machwerk der Westfalen, und wie wohl auch bei bisherigen Veröffentlichungen werden bekannte Klassiker wie Sehnsucht von Friedrich Schiller und Im Nebel von Hermann Hesse ebenso berücksichtigt wie Perlen vergleichweise unbekannter Poeten, so zum Beispiel Franz Werfel. Diese gesunde Mischung setzt sich auch im Songwriting fort, das von eher schwermütig bis hin zu wütend-aggressiv reicht. Dass hierbei die Inhalte der Lyrik Pate standen und in den Klängen transportiert werden wird stets offensichtlich. Besonders kraftvoll und gelungen erscheinen dabei das erwähnte Sehnsucht, aber auch Nur dich (Else Lasker-Schüler) oder Mutter von Albrecht Haushöfer.

Aus Spaß an der Freude habe ich auch gerade mal einen Vergleich gezogen. Klage haben ja vor einer Weile auch schon Eden Weint im Grab auf auf ihrer Georg Trakl-Dekomposition Der Herbst des Einsamen adaptiert. Stellt man dies der Version von Leichenwetter gegenüber, dann sind da klanglich nicht zu vergleichende Welten dazwischen, und doch sind beide Varianten spannend und werden dem Stück in seiner Schwere mehr als gerecht. Warum ich das gegenüber stelle? Weil es einmal mehr wunderbar veranschaulicht, wieviele Perspektiven und Interpretationsarten (auch musikalisch) ein "simples" Gedicht bieten kann. Alleine dafür schon ist die Dichtkunst als solche zu lieben.

Aber zurück zur Zeitmaschine. Für mich ist dieses Album ein wunderbarer Einstieg in die Welt von Leichenwetter, eine Band die mir in gewisser Weise auch aus der Seele spricht. Die Idee und die Umsetzung sind super, wenngleich ich manch trauriges Gedicht selbst als Metalband nicht ganz so bombastisch inszeniert hätte. Und doch kann ich die Ansätze seitens der Band in jedem Stück nachvollziehen, freue mich über mächtige Klänge und eine weitee Band in meinem Sichtfeld, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Trackliste:
01. Altes Lied (Heinrich Heine)
02. Und die Hörner des Sommers verstummten... (Georg Heym)
03. Schwanenlied (Gottfried August Bürger)
04. Im Nebel (Hermann Hesse)
05. Nur dich (Else Lasker-Schüler)
06. Klage (Georg Trakl)
07. Die Zeit geht nicht (Ottfried Keller)
08. Dort und hier (Franz Werfel)
09. Allerseelen (Georg Trakl)
10. Feuerharfe (Yvan Goll)
11. Verführer (Hermann Hesse)
12. Mutter (Albrecht Haushofer)
13. Menschliches Elende (Andreas Gryphius)
14. Sehnsucht (Friedrich Schiller)
15. Letzte Worte (Annette von Droste-Hülshoff)

Veröffentlichung: 06.05.2011
Stil: Gothic/Metal/Oper
Label: Echozone
Website: www.leichenwetter.de
MySpace: www.myspace.com/leichenwetter

Cover

05.05.2011 by Otti

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